Ist Dattelsirup gesund oder nur flüssiger Zucker?

Ist Dattelsirup gesund oder nur flüssiger Zucker?

I verfasst von Inge Steiner, Bestseller-Autorin, 27.03.2026 I

Nur weil auf einem Lebensmittel “bio”, “natürlich” oder “ohne zugesetzten Zucker” steht, ist es nicht automatisch gesund. Für ein differenziertes Urteil braucht es schon etwas mehr: Allen voran einen prüfenden Blick auf die Inhaltsstoffe, Nährwerte und die Wirkung im Körper. In diesem Sinne wollen wir es ganz genau wissen: Ist Dattelsirup wirklich gesund?

Dattelsirup besteht hauptsächlich aus Datteln und Wasser – doch macht ihn das automatisch gesund? Nein. 100 Gramm Dattelsirup enthalten rund 70 Gramm Zucker, das entspricht fast der Menge in Haushaltszucker. Schon 2-3 Esslöffel liefern mehr Zucker als die WHO pro Tag empfiehlt.

Dennoch liest man in vielen Gesundheits- und Foodforen von vielversprechenden Wirkungen: So soll die “goldene Süße” die Darmgesundheit und das Immunsystem stärken. Doch Tatsache ist: Bei der Verarbeitung der Datteln zu einem Sirup gehen viele der ursprünglichen positiven Begleitstoffe verloren oder bleiben, wenn überhaupt, nur noch in einer sehr geringen Menge bestehen. 

 

Doch woher kommt der Mythos rund um den Dattelsirup?

Die Ballaststoffe in ganzen Datteln können tatsächlich die Darmgesundheit unterstützen. Allerdings bleibt davon kaum etwas übrig, wenn die Frucht zu Sirup weiterverarbeitet wird. Ähnlich verhält es sich mit den enthaltenen Mikronährstoffen, die das Immunsystem unterstützen können: Im Sirup sind sie nur noch in sehr geringen, kaum nennenswerten Mengen vorhanden.

Matthias, Gründer von Steiner’s, hat sich intensiv mit dem Thema Ernährung und Stoffwechsel beschäftigt - und nimmt dazu eine klare Haltung ein: “Keine Empfehlung von meiner Seite.” Warum er Dattelsirup – genauso wie die Dattel selbst – nicht als gesündere Alternative zu Haushaltszucker sieht, erfährst du hier in seinem kurzen Erklärvideo:

https://www.instagram.com/p/DVZIFuRCXXL/  


Was genau ist Dattelsirup?

Dattelsirup ist derzeit in aller Munde. Woran das liegt? Diesen Zuckerersatz kann man relativ leicht selber machen, indem man entkernte Datteln einfach in Wasser einweicht, optional aufkocht und danach püriert oder presst.

Dattelsirup besteht aus zwei Zutaten: 

  1. Entkernte Datteln
  2. Wasser

Der Hype rund um diese Zuckeralternative hängt vor allem mit den zahlreichen Gesundheitsversprechen zusammen, die damit einhergehen. Frei nach dem Motto: „Kommt aus Früchten – also muss es gesund sein“, wird dem goldenen Sirup viel Positives zugeschrieben. 

Genau hier liegt der typische Denkfehler: Unser Gehirn bewertet „natürlich” oft automatisch als gesund - auch dann, wenn die Fakten etwas anderes zeigen. 

Bei genauerem Hinsehen wird jedoch klar: Das meiste davon ist ein Mythos – insbesondere mit Blick auf die Nährwerte von Dattelsirup.

Nährwert von Dattelsirup

Nährwert  Pro 100 g Dattelsirup 
Energie

ca. 280-320 kcal

Fett

0-0,5 g

davon gesättigte Fette

0-0,1 g

Kohlenhydrate

ca. 67-78 g

davon Zucker

ca. 65-75 g

Ballaststoffe

ca. 2-3 g

Eiweiß

ca. 1-1,5 g

Salz

ca. 0,03-0,3 g


Die in dieser Tabelle angegebenen Werte sind Durchschnittswerte. Die genauen Nährwerte können abhängig von der jeweiligen Dattelsirup-Marke und ihrem Wassergehalt minimal schwanken. 

Wie wirkt Dattelsirup auf deinen Körper?

Das muss man sich erst mal auf der Zunge zergehen lassen: In 100 Gramm Dattelsirup stecken rund 70 Gramm Zucker – etwa zur Hälfte Fruktose und zur Hälfte Glukose. Doch was passiert damit im Körper?

Für den Körper ist Zucker gleich Zucker

Für unseren Körper zählt vor allem die Menge an Zucker – nicht nur woher er kommt, egal ob aus Datteln, Honig oder Haushaltszucker. 

Glukose gelangt direkt ins Blut, lässt den Blutzucker ähnlich schnell ansteigen wie Haushaltszucker und löst eine Insulinausschüttung aus. Das spürt man oft sofort: Erst kommt der Energieschub, danach folgen meist Heißhunger, Müdigkeit und ein Leistungstief.

Fruktose wird anders verarbeitet. Sie gelangt über das Blut direkt in die Leber. In kleinen Mengen ist das unproblematisch – entscheidend ist die Regelmäßigkeit und die Gesamtmenge.

Wird regelmäßig viel Fruktose aufgenommen, wandelt die Leber einen Teil davon in Fett um. Und genau hier wird es kritisch: Die Leber ist unser zentrales Stoffwechselorgan. Wenn sie dauerhaft stark belastet ist, gerät auch unser Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht.

Dattelsirup ist damit kein Einzelfall. Auch Honig, Agavendicksaft oder Birnendicksaft liefern große Mengen Zucker – oft mit einem gesünderen Image, aber ähnlicher Wirkung im Körper.

Ursachen und Folgen einer Fettleber und was Dattelsirup, Agavendicksaft damit zu tun haben, kannst du hier nachlesen.

Ist Dattelsirup für Diabetiker geeignet?

Nein, Dattelsirup ist für Diabetiker keine gute Wahl. Denn am Ende wirkt er im Körper wie Zucker. Er treibt den Blutzucker nach oben und sorgt für starke Insulinreaktionen - genau das, was man als Diabetiker, aber auch als stoffwechselgesunder Mensch, vermeiden sollte. 

Ist Dattelsirup für Menschen mit Fruktoseintoleranz geeignet? 

Nein, für sie gilt Finger weg von Dattelsirup. Er enthält viel Fruktose in konzentrierter Form. Menschen mit Fruktoseintoleranz können Fruchtzucker nur eingeschränkt aufnehmen - dadurch gelangt er in den Dickdarm und kann Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall auslösen.

Fazit: Dattelsirup keine gesunde Zuckeralternative

Bei einem derart hohen Zuckergehalt, der im Körper ähnlich wirkt wie gewöhnlicher Haushaltszucker, kann von einer gesunden Wahl keine Rede sein. 

Unser Tipp: Wer bewusst mit Zucker umgehen will, sollte Dattelsirup nicht als „gesünder” einordnen - sondern als das, was er ist: Zucker. 

Ganze Datteln sind übrigens auch kein Freibrief. Sie liefern zwar Ballaststoffe, enthalten aber ebenfalls viel Zucker. Auch hier gilt: 1-2 Stück können gut in den Alltag passen - größere Mengen liefern schnell zu viel Zucker.

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