Ballaststoffe wie Himbeeren und Leinsamen

Ballaststoffe: So wichtig sind sie und so viele solltest du essen

| verfasst von Inge Steiner, 22.02.2023 - aktualisiert: 02.01.2026 |

Ballaststoffe haben diesen negativ klingenden Namen eigentlich gar nicht verdient. „Ballast“ klingt nach etwas Überflüssigem, das man nicht freiwillig mit sich herumschleppt, sondern möglichst schnell wieder loswerden möchte. Viel treffender wäre für diese Pflanzenfasern der Begriff „Balance-Stoffe“. Denn sie können dazu beitragen, deinen Blutzucker, deine Darmflora und viele andere Prozesse im Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Ballaststoffe sind wichtig, weil sie:

  • 🍃 lange sättigen
  • 🍃 beim Gewichtsmanagement unterstützen können
  • 🍃 zu einer normalen Blutzuckerreaktion beitragen können
  • 🍃 sich positiv auf Blutdruck und Blutfettwerte auswirken können
  • 🍃 Stoffwechselprozesse in Leber und Niere unterstützen

Ballaststoffe sorgen für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl, da sie aufgrund ihrer besonderen Beschaffenheit Wasser binden und im Magen aufquellen. Im Dünndarm können sie nicht abgebaut werden, sondern gelangen in den Dickdarm, wo sie teilweise von Darmbakterien fermentiert werden. Entgegen der weit verbreiteten Annahme machen Ballaststoffe daher nicht dick – im Gegenteil: Sie können eine Gewichtsreduktion unterstützen.

Ballaststoffe können außerdem das Risiko für Diabetes senken, da sie bewirken, dass Kohlenhydrate im Darm langsamer aufgenommen werden. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel langsamer an, was sich positiv auf den Stoffwechsel auswirken kann.

Darüber hinaus können Ballaststoffe helfen, erhöhten Blutdruck zu senken. Auch die Blutfettwerte (Cholesterin) können positiv beeinflusst werden, unter anderem durch ihre Wirkung auf den Fettstoffwechsel und die Darmflora.

Lösliche vs. unlösliche Ballaststoffe

Ballaststoffe bestehen aus löslichen und unlöslichen Anteilen. Lösliche Ballaststoffe quellen im Wasser auf und können besonders zur Senkung von Blutzucker und Cholesterin beitragen. Unlösliche Ballaststoffe fördern vor allem die Darmbewegung und unterstützen eine regelmäßige Verdauung.

Gewöhne deinen Darm langsam an Ballaststoffe, um Blähungen oder Durchfall zu vermeiden

Wer seine Ernährung umstellt und plötzlich viel mehr Ballaststoffe isst als zuvor, kann Blähungen bekommen oder auch kurzfristig Magenkrämpfe, Durchfall oder aber auch Verstopfung. Insbesondere, wenn man gleichzeitig reichlich pflanzliche Proteinquellen (z.B. Lupine) zu sich nimmt.

Darauf deutet eine Studie der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health hin. [1] Es wird angenommen, dass dadurch gesunde Darmbakterienarten gefördert werden, die als Nebenprodukt Blähungen erzeugen. Die zusätzlichen Proteine könnten zu stärkeren Blähungen führen, weil sie die bakterielle Fermentation im Darm zusätzlich fördern können und dort zur Entstehung besonders vieler nützlicher Darmbakterien beitrugen. Im Dickdarm fermentieren Darmbakterien Ballaststoffe und produzieren dabei kurzkettige Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken und z. B. die Insulinsensitivität verbessern können. Eine vielfältige Darmflora gilt heute als zentraler Faktor für Stoffwechselgesundheit, Immunfunktion und Entzündungsregulation.

Lass dich also bitte nicht beirren. Du denkst, dass du ballaststoffreiche Produkte, wie zum Beispiel die von STEINER´s, nicht verträgst, dabei programmiert sich dein Darm gerade auf "gesund" um. Die Symptome verschwinden wieder, sobald du dich daran gewöhnt hast oder entstehen erst gar nicht, wenn du langsam mit der Ballaststoffaufnahme beginnst.

Am besten du steigerst die Ballaststoffaufnahme um 5 g pro Tag über einen Zeitraum von 1-2 Wochen, um deinem Körper zu ermöglichen, sich anzupassen.
Vergiss nicht ausreichend zu trinken! Über den Tag verteilt 2-3 Liter (Wasser oder ungesüßten Tee), denn nur mit genügend Flüssigkeit können Ballaststoffe ihre volle Wirkung entfalten und um Verstopfung zu vermeiden.

Also nicht gleich Vollgas morgens, mittags und abends STEINER´s Produkte essen, sondern erst mal schauen, wie sie dein Darm verträgt.

Blähungen und Co. sind ja zum Glück keine Krankheit, sondern eine vorübergehende Erscheinung. Du wirst sehen, wenn du dich an die Ballaststoffe gewöhnt hast und du deine Trinkmenge an deine neuen Essgewohnheiten angepasst hast, dann bekommt dein Stuhl eine wunderbare Konsistenz: Nicht klebrig, nicht klumpig oder gar harte Kügelchen oder gar flüssig, sondern schön geschmeidig weich. Einfach eine angenehme Erleichterung.

Wie viele Ballaststoffe du pro Tag essen solltest – Empfehlungen & Praxis

Laut einer Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung solltest du pro Tag mindestens 30 g Ballaststoffe zu dir nehmen.

Um diese Menge allein über klassische Lebensmittel zu erreichen, müsstest du beispielsweise essen:

  • etwa 360 g Roggenvollkornbrot

  • oder 1 kg Äpfel

  • oder 1 kg Karotten

Das muss man erst einmal schaffen. Die meisten Menschen erreichen heute gerade einmal die Hälfte dieser Menge. Für Menschen mit Diabetes werden sogar etwa 40 g Ballaststoffe pro Tag empfohlen.

Ich empfehle sogar 50 g Ballaststoffe am Tag. Wie viel Ballaststoffe für den Einzelnen optimal sind, hängt jedoch von individueller Verträglichkeit und Darmgesundheit ab. Seit ich persönlich diese Menge zu mir nehme, sind viele Zipperlein verschwunden. Als junge Frau Mitte 20 wurde bei mir das Reizdarmsyndrom diagnostiziert. Ich litt entweder unter Verstopfung oder hatte Durchfall. Auch hatte ich oft ein starkes Druckgefühl im Oberbauch. Daher ging ich zum Arzt.

Ich erinnere mich, wie er damals zu mir sagte: Sie sind gesund, aber wahrscheinlich etwas sensibel. Das schlägt Ihnen auf den Magen.

Rückblickend empfinde ich es als ziemlich respektlos, mich einfach als Sensibelchen abzutun. Kein einziges Mal fragte er danach, wie ich mich ernähre. Dabei aß ich damals als Studentin viele Fertiggerichte oder ging in die Kantine. Nährstoffreich – oder gar ballaststoffreich – war meine Ernährung sicher nicht.

Erst als ich begann, mich intensiver mit meiner Ernährung zu beschäftigen und meine Ballaststoffzufuhr deutlich zu erhöhen und Kohlenhydrate zu reduzieren, verschwanden die Beschwerden nach und nach.

Das sind meine persönlichen Erfahrungen und kein medizinischer Rat. Ich möchte damit lediglich zeigen, wie viel man mit bewusster Ernährung erreichen kann.

Heute bin ich Mitte 50 und fühle mich körperlich besser als damals als Studentin.

Seit ich täglich etwa 50 g unterschiedliche Ballaststoffe zu mir nehme – aus Lupinenmehl, Glucomannan, Akazienfaser, Haferfaser, Chia- und Leinsamen sowie natürlich auch aus Gemüse und Nüssen – haben sich auch meine Blutwerte deutlich verbessert, insbesondere meine Cholesterinwerte.

Mein HDL-Cholesterin liegt bei 100 mg/dl, mein LDL-Cholesterin bei 111 mg/dl.
Das Cholesterin-/HDL-Verhältnis beträgt 2,3, und meine Triglyceride liegen bei 56 mg/dl.  Diese Werte liegen in einem Bereich, der mit einer sehr guten Stoffwechselgesundheit verbunden ist.

Auch mein Entzündungsmarker CRP liegt bei kaum messbaren < 0,06 mg/dl, und mein Langzeitblutzuckerwert HbA1c beträgt 5,2 %.

Mit unseren Produkten kommst du spielerisch auf 50 g/Tag:

Wie kannst du nun also ohne groß nachzudenken, deine Ballaststoffmenge pro Tag erhöhen? Iss beispielsweise morgens und abends jeweils ein STEINER’s Brötchen, dann nimmst du bereits rund 28 g Ballaststoffe zu dir.

Mittags noch unsere Pasta, die 14 g Ballaststoffe pro 100 g gekocht enthält, dazu eine Gemüsesoße mit Brokkoli und gehobelten Mandeln – und schon bist du bei etwa 50 g Ballaststoffen pro Tag.

Wichtig ist jedoch: Steigere die Menge langsam, wie oben beschrieben.

Dein Darm wird es dir danken.
Teste es einfach einmal ein bis zwei Wochen lang. Du wirst wahrscheinlich feststellen, dass Heißhungerattacken deutlich seltener auftreten – oder sogar ganz verschwinden.

Vollkornprodukte – die klassische Ballaststoffempfehlung

In der wissenschaftlichen Literatur werden häufig Vollkornprodukte als Hauptquellen für Ballaststoffe genannt. Sie liefern zwar Ballaststoffe, enthalten jedoch gleichzeitig auch eine erhebliche Menge an Kohlenhydraten, die zu Blutzuckerspitzen führen können. Was viele nicht wissen: Der Ballaststoffgehalt ist im Vergleich zu gezielten Low-Carb-Ballaststoffquellen gar nicht so hoch. Roggenvollkornbrot, Vollkornnudeln oder Haferflocken enthalten meist nur etwa 8 bis 10 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm. Lediglich Haferkleie und Gerstenflocken stechen hervor und liefern mit rund 15 bis 17 Gramm pro 100 Gramm etwas mehr Ballaststoffe.

Ich empfehle stattdessen Low-Carb-geeignete Ballaststoffquellen, mit denen sich wunderbar Brot oder Kuchen backen lässt oder mit denen man seine Mahlzeiten gezielt „aufpimpen“ kann, um problemlos auf die tägliche Ballaststoffmenge zu kommen – ohne unnötig viele Kohlenhydrate aufzunehmen.

🌱 Sehr ballaststoffreiche Low-Carb-Quellen

Rang Lebensmittel Ballaststoffe (g/100 g)
1 Glucomannan ca. 85–90 g
2 Akazienfaser ca. 85 g
3 Flohsamenschalen ca. 80 g
4 Kokosmehl ca. 35–40 g
5 Chiasamen ca. 34 g
6 Lupinenmehl (entölt) ca. 30–35 g
7 Leinsamen ca. 27 g

 

🌰 Nüsse & Kerne (Low Carb geeignet)

Rang Nüsse/Kerne Ballaststoffe (g/100 g)
1 Mandeln ca. 12 g
2 Sonnenblumenkerne ca. 11 g
3 Haselnüsse ca. 10 g
4 Pekannüsse ca. 9–10 g
5 Walnüsse ca. 7 g
6 Kürbiskerne ca. 6 g
7 Macadamianüsse ca. 5 g
8 Paranüsse ca. 7 g

 

🥦 Low-Carb-Gemüse (ballaststoffreich & KH-arm)

Gemüse Ballaststoffe (g/100 g)
Artischocke ca. 10 g
Rosenkohl ca. 4 g
Grünkohl ca. 4 g
Brokkoli ca. 3 g
Aubergine ca. 3 g
Blumenkohl ca. 2 g
Spinat ca. 2 g
Zucchini ca. 1–2 g

 

🍓 Low-Carb-Obst (ballaststoffreich, wenig Zucker)

Rang Obst Ballaststoffe (g/100 g)
1 Himbeeren ca. 6–7 g
2 Brombeeren ca. 5 g
3 Avocado ca. 7 g
4 Johannisbeeren (rot/schwarz) ca. 4–5 g
5 Erdbeeren ca. 2 g
6 Rhabarber ca. 1,8 g

 

Häufige Fragen zu Ballaststoffen

Wie viele Ballaststoffe sollte man täglich essen?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt mindestens 30 g pro Tag. Studien zeigen, dass höhere Mengen von 40–50 g bei guter Verträglichkeit sinnvoll sein können.

Kann man zu viele Ballaststoffe essen?
Ja, am Anfang. Bei zu schneller Steigerung können Blähungen oder Durchfall auftreten. Deshalb sollte die Menge langsam erhöht und ausreichend getrunken werden. Wenn du dich daran gewöhnt hast, kannst du so viel davon essen, wie du magst. 

Ballaststoffe sind ein zentraler Baustein für langfristige Gesundheit. Entscheidend ist nicht nur die Menge, sondern auch die Auswahl der richtigen Quellen und eine langsame Anpassung. Wer hier bewusst vorgeht, kann viel für Darm, Stoffwechsel und Wohlbefinden tun.

Lesetipp: Ernährungstrend Fibermaxxing im Check

Quelle:

[1] Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health (2020)
Bei ballaststoffreicher Ernährung kann eine höhere Proteinzufuhr zu mehr Blähungen führen

Weitere Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Ballaststoffe – Bedeutung und empfohlene Zufuhr.

ScienceDirect: Einfluss einer ballaststoffreichen, pflanzenbasierten Ernährung auf den Cholesterinspiegel und das kardiovaskuläre Risiko

Reynolds et al. (2019), The Lancet
Kohlenhydratqualität und menschliche Gesundheit: Systematische Übersichten und Meta-Analysen

Cochrane Review (2016)
Ballaststoffe zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

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